Bisher haben Computer und Internet die Schulen noch sehr wenig verändert. Das liegt daran, dass sie in die alten Strukturen von Schule eingepasst wurden und dort passen sie nicht hinein: Schüler können in der Schule ein Notebook als Schreibmaschine nutzen und nicht mehr mit der Hand schreiben und Lehrer können den Frontalunterricht durch den bebilderten multimedialen Frontalunterricht über Powerpoint ersetzen. Hier verändert der Einsatz der Technologien gar nichts.
Notebook und Internet wirken aber dort als Katalysatoren eines neuen Lernen, wo wir diese für das einsetzen, wofür sie gemacht wurden und Beruf und Alltag aller Erwachsenen bestimmen: Um Probleme zu lösen, damit wir z.B. über das Internet zusammenarbeiten, wir die weite Welt zu uns nach Hause bringen, wir Informationen blitzschnell auf unserem Rechner haben, anspruchsvolle Projekte termingerecht abwickeln usw.. Dafür sind die neuen Technologien entwickelt worden. Für die Schule heißt das, dass selbstorganisiertes Lernen in Schülerteams, Recherche, die Abwicklung von Projekten im Internet, die Zusammenarbeit von Schülern über Wikis und der gemeinsame Austausch zu echten Problemen in Foren die Formen eines neuen Lernens sind, wo Computer und Internet ideale Werkzeuge sein können. Die Zusammenarbeit in Teams und das projektorientierte Lernen mit Rechnereinsatz bringt den Schülern vielfach die Lernfreude zurück, welche die Schüler vor allem in der Pubertät oft vollständig verlieren. Damit kann auch das achtjährige Gymnasium in diesen besonders kritischen Jahrgangsstufen Freude am Lernen schaffen. Wenn damit das digitale Lernen hilft, die Probleme der Schule von heute zu lösen, dann ist es das richtige Lernen für das 21. Jahrhundert.
Achim Lebert, Schulleiter Gymnasium Ottobrunn und 1. Vorsitzender digitale Schule Bayern e.V.
Die Medienwelt unserer Kinder und Jugendlichen ist bunt. Neben der neusten Spielekonsole flackert das angesagte YouTube-Video über den Bildschirm und der Fernseher sorgt für die akustische Dauerbeschallung. Sind auch die Kinderzimmer multimedial und farbenfroh, so ist der Schulalltag unserer SchülerInnen eher grau in grau. „Hier gibt es Handlungsbedarf“, wie Maria Eirich, Zweite Vorsitzende der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet erklärt. Abhilfe schaffen soll der „Tag des digitalen Lernens“, zu dem auch in diesem Jahr wieder Bildungseinrichtungen deutschlandweit aufgerufen haben. Als Schirmherr in Bayern konnte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle gewonnen werden.